Das Frankenstadion

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Spielstätte „Frankenstadion“

Spatenanstich zur Renovierung
Spatenanstich zur Renovierung

Nach 20 Jahren Diskussionen über ein neues Stadion, folgte am 27.09.1985 dann der große Durchbruch: Der Gemeinderat genehmigte die Komplett-Renovierung des Städtischen Stadions und stellte dafür 10,3 Millionen Mark zur Verfügung. Kurios am Rande: Gemeinderat-Mitglied Willy Schwarz, in den 60er Jahren Präsident des VfR´s, sprach sich vehement gegen die Mittelgewährung durch die Stadt Heilbronn aus, da diese „schon genug für den VfR getan habe“.


Das neue Stadion sollte „nationalen und internationalen Ansprüchen genügen“, daher wurde die „Großsportanlage“ auch mit einer neuen Tartanbahn sowie einer Hindernislaufbahn mit Wassergraben, zwei Hochsprung und drei Stabhochsprunganlagen zwei Weit- und Dreisprunganlagen sowie diversen Hammerwurf- und Diskuswurfanlagen ausgestattet. Zudem verfolgte man das Konzept des „grünen Stadions“ und pflanzte rund 240 Bäume und Sträucher rund um das Areal ein. Auch die neuesten Erkenntnisse in punkto Sicherheit wurden berücksichtigt, so dass sich die Stadt Heilbronn rühmte, das Städtische Stadion zur „modernsten Arena in Süddeutschland“ auszubauen.


Den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes erhielten die Landschaftsarchitekten Pfrommer, Lehnhoff und Partner aus Stuttgart. Die Zuschauer-Kapazität sollte, wie vorher auch, bei 18.000 liegen, außerdem legte man wert auf die Errichtung eines VIP-Raumes sowie bessere Arbeitsmöglichkeiten für Presse, Fernsehen und Rundfunk.


Das Heilbronner Frankenstadion
Das Heilbronner Frankenstadion

Der Baustart erfolgte dann am 11.11.1985 um 10:41 Uhr, schon zuvor waren die Kosten auf 12,3 Millionen Mark nach oben korrigiert worden.


Die Arbeiten gingen planmäßig voran, im März 1987 waren die Stehränge, die Stadion-Eingänge sowie das Spielfeld und die Tartanbahn angelegt. Im letzten Zuge des Ausbaus wurde das Prunkstück, die komplett neue Haupttribüne inkl. Kabinen, Geschäftsstelle und VIP-Raum, errichtet.


Am 28.01.1988 platzte dann die Bombe: Es wurde bekannt, dass das neue Frankenstadion nochmals um 1,3 Millionen Mark teurer wie angenommen werden würde. Oberbürgermeister Manfred Weinmann begründete die Mehrkosten damit, dass die Bausubstanz erheblich schlechter als erwartet gewesen sei und schob den Schwarzen Peter einem Heilbronner Architekturbüro zu. „Eine peinliche Geschichte“, so OB Weinmann damals, „man hat sich bei der Beurteilung vertan.“ Die Mehrkosten mussten komplett durch Steuergelder finanziert werden, was in der Heilbronner Bevölkerung mit harscher Kritik bedacht wurde.


Trotz zunächst zurückhaltender Aussagen, genehmigte der Gemeinderat die Mehrkosten in voller Höhe und erließ dem Verein sogar noch Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von 163.00 Mark aus Zweitliga-Zeiten.


Das Frankenstadion ind er Umbauphase
Das Frankenstadion ind er Umbauphase

Am 22.04.1988 wurde dann auch der neue Mietvertrag, der den alten aus dem Jahr 1969 ablöste, zwischen Stadt und VfR bekannt, demnach musste der VfR monatlich 5.330 Mark Miete an die Stadt überweisen. Diese sollten aus Einnahmen aus Eintrittskarten und Bandenwerbung finanziert werden.


Nach fast dreijähriger Bauzeit war es dann am 16.08.1988 soweit: Das inzwischen fertig gestellte Frankenstadion wurde bei herrlichem Sommerwetter mit dem Freundschaftsspiel Stadtauswahl Heilbronn (bestehend aus Spielern von VfR und Union) – VfB Stuttgart eingeweiht. Rund 8000 Zuschauer wohnten dem bunten Veranstaltungsprogramm bei und sahen einen 9:1-Erfolg des Bundesligisten. Das Tor der Heilbronner Stadtauswahl, wie bitter ist denn das, schoss ausgerechnet ein Unionist: Michael Rosenberger.


Die ausverkaufte Haupttribüne
Die ausverkaufte Haupttribüne

Zuvor spielte eine VfR-Traditions-Mannschaft gegen eine Auswahl von Journalisten. Den allerersten Treffer im Frankenstadion erzielte hierbei der ehemalige VfR-Stürmer und spätere Spielerberater Hans Hägele. Unglaublich: Beinahe wäre der komplette Zeitplan durcheinandergewirbelt worden: Schiedsrichter Erich Pfleiderer hatte sich nämlich standhaft geweigert, das Vorspiel anzupfeifen, so lange seine Assistenten nicht mit den notwendigen Linienrichter-Fahnen ausgestattet sind. Doch auch dieses logistische Problem wurde schnell behoben.


Kuriosität am Rande: Schon vor dem Beginn des Hauptspieles Stadtauswahl - VfB kam VfR-Legende Martin Kübler mächtig ins Schwitzen: Der damalige Pächter der VfR-Stadiongaststätte und an jenem Tag für die Verköstigung der Zuschauer verantwortlich, musste registrieren, dass schon vor Spielbeginn alle 2000 Würstchen verzehrt wurden und musste flugs Nachschub organisieren.


Einweihung des Frankenstadion
Einweihung des Frankenstadion

Für viel Kritik sorgte bei aller Freude über dieses neue „Schmuckstück“, dass die Stadt aus Kostengründen auf ein Flutlicht verzichtete, obwohl dasselbe vom VfB Stuttgart hätte kostengünstig übernommen werden können. Auch dass nur 900 der 1200 Sitzplätze überdacht sind, wurde kritisch hinterfragt. Außerdem wurde bemängelt, dass der Balkon des VIP-Raumes nicht etwa zum Spielfeld zeigte, sondern in Richtung Nebenplatz.


Bis heute (Stand: Dezember 2007) war das neue Frankenstadion nie ausverkauft. Die meisten Zuschauer pilgerten bislang zur Partie TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart im Herbst 2007 ins Frankenstadion, nämlich ca. 15.000.


Bilder des Frankenstadions

Bilder ab hier folgend: (c) Ingo Doberstein














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